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Bericht WM 2006 Poznan/PL

Obedience-WM 2006 in Poznan/Polen

Gleich vorweg ein Resümee: Es war eine tolle Veranstaltung, die uns nach den gemischten Gefühlen im Vorfeld ob des Obedience-Neulandes Polen durch und durch positiv überraschte. Und auch unser Ergebnis ließ nicht zu wünschen übrig. Fünfter Platz in der Mannschaftswertung bei zwölf Nationen, fünfter und sechster Platz in der Tageswertung am 11.11., sechster und neunter Platz in der Tageswertung am 12.11. sowie kein einziger „Durchfaller“ in unserem siebenköpfigen Team – das kann sich sehen lassen!

Nach wie vor dominieren die skandinavischen Länder, wobei mannschaftlich dieses Jahr die Finnen überraschten und den Weltmeistertitel holten, gefolgt von Schweden und Norwegen. Dahinter mit etwas „Respektabstand“ die Schweiz und mit nur 6 Punkten Rückstand auf die Schweizer unser österreichisches Team.
Ein ähnliches Bild zeigen die Tageswertungen. Schweden, Finnland und Norwegen teilten sich stets das Siegerpodest, lediglich am Sonntag gelang es einer Schweizerin mit dem dritten Platz, diese Phalanx zu durchbrechen. Die Gesamtwertung entschied letztlich die Norwegerin Kuellaug Selsaas für sich, die sich nach dem Europameistertitel 2005 in Stockerau heuer auch den Weltmeistertitel holte. Vize-Weltmeister wurde die Finnin Päivi Lamminen vor ihrer Landsmännin Leena Välimäki auf Rang drei. Bestplatzierte Österreicherin wurde Manuela Nassek mit ihrem Border-Collie-Rüden Liza’s Border Kim Black auf Rang 15. Die weiteren Platzierungen unserer Starter können sich aber auch sehen lassen. Rang 18 für Renate Oeltze mit ihrer Border-Collie-Hündin Just for Fun of Jennifer’s Bonfire, Rang 21 für Johann Winkler mit seinem Border-Collie-Rüden Bandit vom Chrysanthemensee, Rang 22 für Markus Haspl mit seiner Golden-Retriever-Hündin Flori, Rang 47 für Petra Florschütz mit ihrer Riesenschnauzer-Hündin Gaja vom Paderquell, Rang 51 für Martina Wolf mit ihrem Border-Collie-Rüden Archie Ringleader of Green Borderline und Rang 52 für Alois Käfer mit seinem Malinois-Rüden Bronco vom Saggautal. Damit konnten sich alle unsere Teammitglieder in den vorderen zwei Dritteln des Startfeldes platzieren! Besonders hervorzuheben dabei unser Team-Neuling Markus Haspl. Er zeigte mit seiner Flori eine ebenso freudige wie beeindruckende Arbeit, die ihn zum absoluten Publikumsliebling machte und um ein Haar unter die Top-Ten gebracht hätte. Wenn, ja wenn da nicht bei der vorletzten Übung Identifizieren ein Hoppala passiert wäre. Flori schoss zu den Identifizierhölzchen, roch sie ab, schnappte sich völlig überzeugend eines davon, schoss zurück, Markus nahm es und konnte es – wie wir alle – gar nicht glauben: Es war das falsche ... Trotz der verständlichen Enttäuschung kann dieses Team aber mehr als stolz auf sich sein. Und das Feedback der anderen Nationen ließ auch keinen Zweifel an der hervorragenden Arbeit von Markus und Flori.

Von den drei Richtern stach Johann Kurzbauer aus Österreich positiv heraus. Nicht, weil er uns Österreicher besonders bevorzugt hätte, sondern weil er als einziger durchgängig über alle drei Tage Linie und nachvollziehbare Bewertungen zeigte.

Alles in allem bin ich als Mannschaftsführer stolz auf das österreichische Team, das sich wacker geschlagen, die Nerven bewahrt und das bisher beste Teamergebnis nach Hause gebracht hat. Die Stimmung war hervorragend, jeder hat mit jedem mitgefiebert, mitgelitten oder sich mitgefreut. Wir rücken den führenden Nationen langsam aber sicher näher, was mich vorsichtig optimistisch Richtung Europameisterschaft 2007 in Kroatien blicken lässt. Wir haben ein gutes Team und bis dahin vielleicht ein paar Fans mehr als nur einen wie heuer, die uns zu diesem Event begleiten.